Gibt es typische Anzeichen für AML?

Ohne umfangreiche Untersuchungen, die eine genaue Analyse des Blutes beinhalten, ist eine eindeutige Diagnose einer AML nicht möglich. Zwar gibt es Symptome, die auf eine AML hinweisen, diese können aber auch andere, harmlose Ursachen haben. Das heißt, dass ein endgültiger Befund erst nach allen Untersuchungen die Gewissheit geben kann, ob die Diagnose AML zutreffend ist.

Für das Verständnis und den Umgang mit der Erkrankung ist es nichtsdestotrotz hilfreich zu wissen, dass fast alle Kennzeichen und Beschwerden, die durch eine AML ausgelöst werden, auf die Störung der Blutbildung zurückzuführen sind.

Gibt es spürbare Hinweise (Symptome) bei einer AML Erkrankung?

Häufig macht sich als erste spürbare Auswirkung der AML eine sogenannte Anämie (im Volksmund: Blutmangel) bemerkbar. Bei einer Anämie sind zu wenig gesunde rote Blutkörperchen (Erythrozyten) im Blut vorhanden, dadurch ist die Menge an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) geringer, denn Hämoglobin befindet sich überwiegend in den Erythrozyten. Ein Mangel an roten Blutkörperchen führt dazu, dass unsere Organe zu wenig Sauerstoff erhalten. Betroffene fühlen sich nicht nur häufig müde und schlapp, sondern klagen z.B. auch über Kurzatmigkeit oder Atemnot. Eine weitere Auffälligkeit ist, dass aufgrund des Mangels an roten Blutkörperchen oftmals Schleimhäute wie Mund- und Nasenschleimhaut erblassen. Aber auch beim Auftreten einer Anämie und deren Anzeichen ist zu beachten, dass deren Ursachen nicht unbedingt auf eine AML zurückzuführen sind.

Höhere Infektanfälligkeit!

Betroffene leiden in der Regel häufiger an verschiedenen Infektionskrankheiten als gesunde Menschen. Woran liegt das? Grund dafür ist, dass unser Abwehrsystem, das maßgeblich durch sogenannte Leukozyten gebildet wird, bei einer AML-Erkrankung deutlich geschwächt ist. Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) sind Abwehrzellen (Immunzellen) und verteidigen unseren Körper gegen eindringende Erreger. Sie befinden sich nicht nur im Blut, sondern in allen Geweben des Körpers. Daher kann es bei einer AML durch die verringerte Zahl bestimmter reifer weißer Blutkörperchen, häufiger zu Infektionen und zu Fieber kommen.

Ihr Arzt wird Sie bei Verdacht auf AML ggf. fragen, ob dieses auf Sie zutrifft bzw. wird er Sie darauf hinweisen, dass dieses bei einer AML der Fall sein kann.

Nicht heilende Wunden, blaue oder rote Flecken?

Bei der AML sind häufig auch die sogenannten Blutplättchen (Thrombozyten) vermindert. Sie sind unter anderem dafür zuständig, dass offene Stellen (z.B. eine Schnittverletzung) schnell geschlossen und Blutungen gestoppt werden. Durch einen Mangel an Blutplättchen heilen Wunden eventuell langsamer aus als normal. Eine weitere Auffälligkeit ist, dass selbst kleine Stöße häufiger zu blauen Flecken führen und Betroffene zu verstärktem Zahnfleisch- oder Nasenbluten neigen. Mitunter erscheinen auf der Haut auch kleine Einblutungen in Form von punktförmigen, roten Flecken (Petechien).

Wichtig ist nochmals zu wissen, dass die oben genannten Symptome kein eindeutiger Hinweis auf eine bestehende AML-Erkrankung sind. Diese können auch ganz andere Ursachen haben. Daher wird Ihr Arzt bzw. der behandelnde Arzt Sie mit sehr viel Sorgfalt untersuchen bzw. Untersuchungen veranlassen, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können.