Ursachen – wie entsteht eine AML?

  • Bösartige, genetische Veränderungen im Knochenmark.
  • Nicht funktionsfähige, sogenannte unreife myeloische Vorläuferzellen vermehren sich unkontrolliert.
  • Häufig gibt es keinen ersichtlichen Grund für die Erkrankung.
  • Die Krankheitsanzeichen sind nicht eindeutig.
  • Ein Blutbild durch den Arzt ist essentiell für eine AML Diagnose.

Wenn Sie selbst betroffen sind oder einen Freund oder Angehörigen haben, der von einer AML betroffen ist, stellt sich häufig die Frage des „Warum ich oder er/sie?“ oder „Was habe ich oder hat er/sie falsch gemacht?“. Auf diese Fragen gibt es bei einer AML-Erkrankung keine bzw. nur sehr selten eine eindeutige Antwort. Warum ein einzelner Mensch betroffen ist oder nicht, ist bis heute in den meisten Fällen ungeklärt. Die Entstehung einer AML ist hingegen heute gut erforscht. Die Ergebnisse dieser Forschung dienen als Basis für die im Vergleich zu vergangenen Jahren deutlich verbesserten Behandlungsmöglichkeiten. Ursache einer AML sind bösartige, genetische Veränderungen im Knochenmark, die im Laufe des Lebens erworben werden. Durch die Veränderungen im Erbgut entartet eine frühe Vorstufe der myeloischen Zellen und vermehrt sich unkontrolliert, ohne zu funktionsfähigen Zellen auszureifen – man nennt diese Zellen auch myeloische Blasten. Sie vermehren sich schneller als andere, gesunde Zellen. Dadurch wird die normale, gesunde Blutbildung verdrängt und es kommt zu einem Mangel an ausgereiften Blutzellen, es gibt also zu wenige weiße Blutkörperchen, rote Blutkörperchen oder Blutplättchen. Die AML gehört mit der Akuten Lymphatischen Leukämie (ALL) zur Gruppe der Akuten Leukämien.

Wo liegt die Ursache einer AML-Erkrankung?

Blutbildung bei akuter Leukämie

Bei der Blutbildung im Knochenmark kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung früher myeloischer Zellen. Diese bleiben in der Entwicklung als unreife Vorläuferzellen (Blasten) stehen und verdrängen die gesunden Blutzellen. Der Ablauf der gesunden Blutbildung ist gestört.

  • Verlauf der normalen Blutbildung

  • Beginn der gestörten Blutbildung bei AML

  • Gestörte Blutbildung bei Akuter Leukämie

Primäre und sekundäre AML – wo liegt der Unterschied?

Häufig findet sich kein ersichtlicher Grund für die Entstehung einer akuten Leukämie. Besteht keine vorhergegangene Knochenmarks- oder Krebserkrankung, sprechen Ärzte von einer ersten, durch Veränderungen im genetischen Bauplan der Zellen entstandenen AML („primäre AML“ oder „de novo AML“). Die AML kann aber auch eine Folgeerkrankung einer bereits bestehenden Erkrankung sein, dann spricht man von einer sogenannten „sekundären AML“. So entwickelt ein Teil der Patienten mit einem Myelodysplastischen Syndrom im Laufe der Erkrankung eine Akute Leukämie.

Gibt es auch andere Ursachen?

Eine AML-Erkrankung kann auch andere Ursachen als die oben genannten haben. So spricht man von einer therapieassoziierten AML, kurz tAML, wenn diese infolge einer Behandlung anderer Krankheiten entsteht. Der Körper kann etwa nach einer Strahlen- oder Chemotherapie eine AML entwickeln. Dies geschieht manchmal erst viele Jahre später. Daher ist eine genaue Anamnese, das heißt die persönliche Vorgeschichte der Erkrankung, unbedingt bei den anstehenden Untersuchungen zu berücksichtigen.

Bekannte Risikofaktoren für das Entstehen einer AML

Heute weiß man, dass giftige Substanzen wie z.B. Benzole, Herbizide und Pestizide zu möglichen Risikofaktoren gehören und das Krankheitsrisiko für eine AML erhöhen können. Auch bei Rauchern ist das Risiko, eine AML zu entwickeln, im Vergleich zu Nichtrauchern erhöht.

Ist eine AML ansteckend oder vererbbar?

Vielfach besteht die Angst und Sorge, ob eine Erkrankung wie AML ansteckend ist bzw. ob diese vererbt werden kann. Die Antwort lautet: Nach heutigem Kenntnisstand ist AML keine erbliche Krankheit und ist – ebenso wie andere Krebserkrankungen – weder ansteckend, noch kann sie auf andere Menschen übertragen werden.